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Einführung in den Handel auf dem Ölmarkt

Was genau ist gemeint, wenn wir von Öl sprechen?

Rohöl entsteht, wenn die Überreste von Pflanzen und Tieren mit Sand und anderen organischen Stoffen bedeckt werden. Nach Millionen von Jahren werden sie durch den Druck zu Sedimentgestein und später zu Öl.

Da Öl tief unter der Erde entsteht (sei es auf dem Land oder auch im Meer), muss für seine Bergung tief durch mehrere Gesteinsschichten hindurch gegraben werden. Die Ölförderung und -produktion ist deshalb sehr kostspielig.

Ölförderung

Diese Kosten für die Förderung werden daher in die Ölpreise am Markt einkalkuliert. Steigende Produktionskosten führen deshalb unweigerlich zu einem Anstieg der Ölpreise.

Noch wichtiger als die Kosten für die Förderung des Öls ist die Tatsache, dass Öl weltweit nur in begrenzter Menge vorhanden ist. Man findet nur in einer Handvoll Länder Ölreserven. Die wichtigsten davon sind die 12 OPEC-Länder (Organisation of Petroleum Exporting Countries, zu Deutsch Organisation Erdöl exportierender Länder), die zusammen 75 % aller nachgewiesenen Ölreserven der Welt besitzen.

Zu den wichtigsten OPEC-Mitgliedsstaaten gehören Saudi-Arabien, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Venezuela und Nigeria.

Als Händler müssen wir daher die Produktionsmengen, Exportmengen und alle eventuellen Unterbrechungen der Versorgung, die in den wichtigsten Öl exportierenden Ländern auftreten, ständig im Auge behalten. Jede Erhöhung oder Senkung der Produktion schlägt sich auf die Preise nieder.

Bei der Berechnung der Ölpreise spielt eine besonders große Rolle, dass Erdöl eine begrenzte Ressource ist, die eines Tages erschöpft sein wird. Die Preise steigen, wenn die Vorräte geringer werden oder das Öl schwerer zu gewinnen wird. Die langfristige Preistendenz für Öl ist daher recht vorhersehbar.

Arten gehandelten Öls

Wenn man vom Ölhandel spricht, sind meistens WTI (West Texas Intermediate) und Brent-Rohöl (meistens Brent genannt) gemeint.

WTI wird in den USA gefördert, Brent in der Nordsee. Beide Öle sind qualitativ hochwertig. Das bedeutet: Hat man sie erst einmal aus dem Boden gewonnen, können sie für verschiedene Zwecke weiterverarbeitet werden.

Zu den Verwendungsarten zählen die Weiterverarbeitung zu Benzin als Treibstoff für Autos, als Energieträger bei der Erzeugung von Strom und Wärme und die Herstellung von Kunststoffen, Petrochemikalien und vielen anderen Produkten. Deshalb gibt es auf der ganzen Welt immer eine hohe Nachfrage sowohl nach WTI als auch nach Brent, wodurch diese stark miteinander verbunden sind.

Die größten Ölverbraucher

Den weltweit höchsten Ölverbrauch haben Industrieländer wie die USA und europäische Länder. In den letzten zwanzig Jahren hat der Verbrauch im Fernen Osten jedoch stark zugenommen und mittlerweile zählt vor allem auch China zu den Großverbrauchern.

Den weltweit höchsten Ölverbrauch haben u. a. die USA, Japan, China, Deutschland und Großbritannien. Wenn wir also mit Öl handeln, sollten wir immer ein Auge auf diese großen Ölverbraucher haben, um zu beobachten, ob ihr Verbrauch steigt oder sinkt.

Ein Anstieg der Nachfrage bedeutet tendenziell einen Anstieg der Preise, während ein Rückgang der Nachfrage entsprechend tendenziell ein Sinken der Preise zur Folge hat (vorausgesetzt, dass die Angebotsmenge konstant bleibt).

Volatilität und mögliche Chancen

Die Tatsache, dass Öl so vielfältig einsetzbar ist, bedeutet, dass der Markt für Öl einer der am meisten gehandelten und volatilsten Märkte der Welt ist.

Für Händler bieten sich daher große Chancen. Beim Handel mit Öl sind jedoch insbesondere die vielen verschiedenen Probleme bei Angebot und Nachfrage zu beachten, die sich möglicherweise erheblich auf die Preise auswirken können – und das sogar oft sehr kurzfristig.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Anstieg des Ölpreises auf einen Rekordpreis von 145 USD im Juni 2008 und dem darauf folgenden rapiden Fall der Preise auf circa 30 USD bis Dezember desselben Jahres.

Die Rekordpreise entstanden durch eine Kombination aus verschiedenen Faktoren. Der wichtigste war die Unterbrechung des Angebots aus Nigeria aus politischen Gründen, gefolgt von der Annahme, dass die gestiegene Nachfrage der Industrieländer wie China und Indien die Vorräte ausbluten werden lasse.

An den Märkten verloren diese Ängste jedoch schon nach nur wenigen Monaten wieder an Bedeutung, was zu einem gewaltigen Preisrutsch von 110 USD auf knapp 30 USD führte. Dadurch tat sich für Händler aller Zeitrahmen eine riesige Chance auf.

Die wichtigsten Berichte

Es gibt zwei Berichte über Öl, die für Ölhändler besonders wichtig sind. Zum einen sind dies die wöchentlich veröffentlichten Bestandsdaten des US-amerikanischen Departments of Energy (DOE). Sie erscheinen jeden Mittwoch und weisen aus, wie viel Öl sich noch in den Großtanklagern der USA befindet, um in den USA (dem größten Verbraucher) verwendet zu werden.

Steigen die Vorratsmengen, heißt das, dass es weniger Nachfrage gegeben hat als in den Wochen davor. Die Preise sollten also sinken. Sinken die Vorratsmengen, heißt das, dass der Verbrauch zugenommen hat. Die Preise dürften daher steigen.

Der zweite wichtige Bericht, den es zu beachten gilt, ist der regelmäßige Bericht der OPEC-Länder, in dem die Förderquoten der Mitgliedsstaaten genannt werden und damit festgelegt wird, wie hoch die am Weltmarkt angebotene Menge sein wird.

Die Förderquoten hängen von der Höhe der Nachfrage und des Angebots weltweit ab. Ist die Nachfrage hoch oder das Angebot niedrig, erhöht die OPEC die Förderung, was die Preise senkt. Ist die Nachfrage wiederum gering oder das Angebot hoch, werden die Fördermengen heruntergefahren.

Man sollte daher nicht unterschätzen, wie viel Macht die OPEC über die Preise hat. Viele Leute klagen, dass es gefährlich ist, wenn die Angebotsmengen durch Länder, die auf Gewinnmaximierung aus sind, festlegt werden. Dies ist einer der Gründe, warum in den letzten Jahren vermehrt nach alternativen Energien gesucht wird.

Beim Handel mit Öl sollte außerdem beachtet werden, dass Öl zwar das ganze Jahr über stark nachgefragt wird, tendenziell aber zwei Saisons zu erkennen sind, in denen die Nachfrage höher als normal ist. Dies sind die Wintermonate, in denen Öl zum Heizen genutzt wird, und die Sommermonate, wo besonders viel Benzin verbraucht wird, da Familien in den USA und Europa in den Urlaub fahren.

Wichtige Erkenntnisse

Rohöl ist eine begrenzte Ressource. Die größten Reserven weltweit gibt es in den OPEC-Ländern
WTI und Brent sind zwei der am meisten gehandelten Märkte der Welt.

Die Preise werden durch Angebots- und Nachfragefaktoren bestimmt, die von saisonalen und politischen Faktoren, konjunkturellen Faktoren und dem Verbrauch in den Industrieländern reichen.

Zu den wichtigsten Berichten, die man als Ölhändler beachten sollte, gehören die Bestandsdaten des DOE und die Berichte der OPEC.

Adrienne Murphy – Chief Market Analyst, Avatradeavatrade bonus jetzt

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