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Geopolitische Faktoren im Rampenlicht

Wirtschaftliche Aussichten sind ein beliebtes Werkzeug von Zentralbanken, um die Volatilität in Märkten zu senken, wenn politische Entscheidungen gemacht werden. Klare und konsistente Kommunikation von respektierten Persönlichkeiten hat zum Beispiel nach dem Börsenschock 2013 wieder für Ruhe gesorgt.

Leider gibt es solche Werkzeuge nicht, wenn es um geopolitische Faktoren wie die zwischen den USA und Nordkorea geht. Die Spannungen nahmen zu, nachdem Präsident Trump sein Amt übernahm und am Mittwoch erreichten sie ihren Höhepunkt, als Nordkorea drohte, die amerikanische Insel Guam anzugreifen. Das hat die Märkte ziemlich erschüttert und es herrscht gerechtfertigte Angst. Sichere Häfen wie Gold, US-Staatsanleihen und der japanische Yen profitieren von der Flucht aus den Aktienmärkten.

Es ist ungewiss, wie lange der Ausverkauf dauern wird, vielleicht wird es für Aktien weiter bergab gehen, während sichere Assets zulegen, wenn eine der Parteien einen Schritt weitergeht. Die Gewinne des Dollars nach den starken Wirtschaftsdaten aus den USA wurden wieder abgegeben, als am Mittwoch die Spannungen zunahmen.

Man kann sich fragen, wie die Zentralbank auf solche Faktoren reagieren wird, denn sie sind nicht Teil des Mandats, aber müssen doch berücksichtigt werden und wir sehen, dass die Fed-Vorsitzende Janet Yellen in ihrer Rede auf „internationale Faktoren“ eingeht. Vielleicht werden Zentralbanken unter solchen geopolitischen Bedingungen an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten? Wenn das zutrifft, passt es nicht zu dem optimistischen Ton der Bank of England im Zusammenhang mit dem Brexit und es bleibt unsicher, wohin die Reise für Währungen und Aktien geht.

Eins ist jedoch sicher: Nordkorea und Präsident Trump sollten in den kommenden Tagen genau beobachtet werden, denn wie gesagt, es gibt für solche Faktoren keine Prognosen und man sollte sich auf Volatilität gefasst machen. Anleger warten bereits auf die heutige Veröffentlichung der US-Erdöllagerbestände, die den Dollar beeinflussen können und Dollar-Trader sollten in diesem schwierigen monetären und geopolitischen Umfeld sehr vorsichtig vorgehen.

Ian Kelly – Marktanalytiker, Avatrade

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