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Lotgrößen und Mindestmargen beim Devisenhandel verstehen

Früher wurden Währungen in bestimmten Beträgen gehandelt, die Lots genannt wurden. Die Standardgröße eines Lots sind 100.000 Einheiten. Es gibt auch Minilots mit 10.000 und Mikrolots mit 1.000 Einheiten.

Um schon von relativ geringen Veränderungen eines Wechselkurses profitieren zu können, müssen wir große Beträge handeln, um überhaupt einen nennenswerten Gewinn (oder Verlust) erzielen zu können.
Lot Number Of Units
Standard 100,000
Mini 10,000
Micro 1,000
Wie bereits im vorigen Artikel erwähnt, werden Veränderungen von Wechselkursen in Pip gemessen und je nach unserer Lotgröße entspricht eine Veränderung um einen Pip einem anderen Geldwert.

Wenn wir uns nun das Orderfenster unten ansehen, sehen wir, dass wir beschlossen haben, ein Minilot mit 10.000 Einheiten des Paars EUR/USD zu KAUFEN.

Was wir also tun, ist letztendlich US-Dollar im Wert von 10.000 EUR zum Wechselkurs 1,35917 zu kaufen. Wir wollen, dass der Wechselkurs steigt (d. h. dass der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert gewinnt), damit wir unsere Position mit Gewinn schließen können.

Sagen wir also, der Wechselkurs ändert sich von 1,35917 auf 1,36917 – der Wechselkurs ist um 1 Cent (USD) gestiegen. Dies entspricht 100 Pip.

Mit einer Lotgröße von 10.000 bedeutet jede Veränderung um einen Pip für uns also einen Gewinn oder Verlust von 1 USD (10.000 * 0,0001 = 1 USD).

Da der Wechselkurs um 100 Pip gestiegen ist, haben wir einen Gewinn von 100 USD erzielt.

Wenn wir zum Beispiel eine Lotgröße mit 100.000 Einheiten geöffnet hätten, hätte unser Gewinn 1.000 USD betragen.

Deshalb sind Lotgrößen entscheidend für die Bestimmung, wie viel Gewinn (oder Verlust) man bei Änderungen des Wechselkurses von Währungspaaren macht.

Wir müssen uns heute nicht mehr auf die festgelegten historischen Beträge von Standard-, Mini- und Mikrolots beschränken. Wir können jeden Betrag eingeben, der über 1.000 Einheiten liegt. 1.000 Einheiten ist die Mindestposition, die wir öffnen können.

Wir können also zum Beispiel 28.000 Einheiten des Währungspaars GBP/JPY zu einem Kurs von 156,016 verkaufen. Jede Veränderung des Pip wären 280 JPY (28.000 * 0,01). Nehmen wir unsere 280 JPY und tauschen sie in die Handelswährung unseres Kontos um. Unser Broker macht das natürlich automatisch.

Wir hätten dann bei einem auf Euro lautenden Konto einen Verlust von 50 Pip auf 155,516, was einen Gewinn von 106,00 (50 * 2,12) bedeutet.
Was sind Leverage und Marge?
Durch den Handel mit Leverage können Händler Märkte nutzen, die für sie je nach Kontogröße sonst zugangsbegrenzt wären. Mit Leverage können Händler Positionen für mehr Lots, mehr Kontrakte, mehr Aktien usw. öffnen als sie sich sonst leisten könnten.
Nehmen wir einmal an, unser Broker sei eine Bank, die uns 100.000 USD leiht, damit wir ein Währungspaar kaufen oder verkaufen können. Um auf diese Finanzmittel zugreifen zu können, sollen wir bei der Bank eine Sicherheit in Höhe von, sagen wir, 500 USD hinterlegen, die die Bank hält, aber nicht notwendigerweise behält. Diesen Betrag bezeichnen wir als unsere Marge. Für jede Position und jedes Anlageinstrument, das wir öffnen, gibt unser Broker eine Marge vor, die in Prozent ausgedrückt wird. Die Marge ist somit eine Art Sicherheit für den kurzfristigen Kredit, den wir zusammen mit dem eigentlichen Anlageinstrument von unserem Broker erhalten.
Beim Handel von Devisenpaaren könnte die Marge beispielsweise 0,5 % der gehandelten Positionsgröße oder ein Leverage von 200:1 betragen. Andere Plattformen und Broker verlangen vielleicht nur eine Marge von 0,25 % oder ein Leverage von 400:1.

Die Marge wird immer in der Handelswährung angegeben, d. h. die Währung, die beim Währungspaar links steht.

Dazu ein Beispiel. Sagen wir, wir nutzen eine US-Dollar-Plattform und wir wollen ein Mikrolot (1.000 Einheiten) des Paares EUR/GBP kaufen. Unser Broker bietet uns ein Leverage von 200:1 oder eine Marge von 0,5 %.

Unser Broker verlangt also nur 5 EUR als Marge und dafür können wir 1.000 Einheiten des Paares EUR/GBP kaufen. Wenn wir eine US-Dollar-Plattform genutzt hätten, würde unser Broker diese 5 EUR automatisch zum aktuellen Wechselkurs EUR/USD in US-Dollar umrechnen.
Trade Type Buy
Instrument EURGBP
Trade Size 1,000 Units
Margin Requirement (Leverage) 0.5% (200:1)
Used margin for Trade €5 (or $6.75 @ EURUSD rate of 1.3500)
Ein anderes Beispiel:

Sagen wir, wir wollen 50.000 Einheiten des Paares USD/JPY verkaufen und nutzen eine Europlattform. Unser Broker bietet uns ein Leverage von 400:1 oder eine Marge von 0,25 %. Unser Broker nimmt somit nur 125 USD als Mindestmarge von unserem Konto und wir können 50.000 Einheiten des Paars USD/JPY kaufen.

Diesmal nutzen wir eine Europlattform, also werden die 125 USD zum aktuellen Wechselkurs für EUR/USD umgetauscht.
Trade Type Sell
Instrument USDJPY
Trade Size 50,000 Units
Margin Requirement (Leverage) 0.25% (400:1)
Used Margin for Trade $125 (or €96 @ EURUSD rate of 1.3000)
Rollover-Zinsen/Swaps
Wird eine Devisenposition (oder eine CFD-Position) über Nacht gehalten (Übernacht- oder „Roll-Over“-Position), fällt dafür eine Gebühr an, die als „Swap“ oder „Rollover“ bezeichnet wird. Wir bezeichnen dies als Gebühr; es ist jedoch auch möglich, jede Nacht einen positiven Betrag zu erzielen. Beim Devisenhandel basiert dieser auf den Zinssätzen für die Währungen, die wir kaufen und verkaufen.

Kaufen wir zum Beispiel das Devisenpaar AUD/CHF, würden wir einen positiven Rolloverbetrag erzielen, da wir Zinsen auf den Australischen Dollar einnehmen, denn der australische Zinssatz liegt über dem Schweizer Zinssatz (der Schweizer Zins beträgt derzeit sogar null). Daher erzielt der Kauf von Fremdwährungen gegen den Schweizer Franken meistens einen positiven Swap.

In den meisten Fällen belastet der Rollover unser Konto, wobei die Belastung wiederum von der Größe unserer Position abhängt. Der tatsächliche prozentuale Anteil ist für jede Nacht sehr klein, da es sich dabei um den Jahreszinssatz geteilt durch 360 (Tage im Jahr) handelt. Unser Broker berechnet den Rollover automatisch. Für gewöhnlich greift er ab 22 Uhr (WEZ).

Die Formel
Gemäß den Handelsbedingungen legen die meisten Broker die Swapsätze für den Kauf oder Verkauf einer Position für jedes Paar fest. Diesen Satz multipliziert man dann mit seinem Handelsvolumen und teilt das Ergebnis durch 360, wie in der Formel oben. Man erhält den Rollover, den wir zahlen müssen oder einnehmen.
FX Pair Premium Buy (Rate per annum) Premium Sell (Rate per annum)
AUD/CAD +0.8100% -2.1600%
CHF/HUF -3.9060% +2.5060%
EUR/USD -0.6777% -0.5223%
GBP/USD -.2396% -.9605%
AUD/USD +1.7323% -3.0823%
Oben einige Beispiele für unterschiedliche Swapsätze und verschiedene Devisenpaare. Daraus wird deutlich, dass der Rollover-Zins sowohl positiv als auch negativ ausfallen kann und davon abhängt, ob wir das Paar kaufen oder verkaufen. Es ist wichtig, diese Zinssätze im Auge zu behalten, wenn wir Positionen über Nacht offen lassen wollen, da sich dies auf den Gewinn bzw. Verlust unserer Position auswirkt. Broker müssen ihre Rollover-Zinsen in den Handelsbedingungen angeben.

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