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Schweizer Franken hält an Gewinnen fest

Bei der Argumentation, dass die internationalen Zentralbanken optimistischer werden und ihre Zinsen erhöhen möchten, gehen die Entscheidungsträger davon aus, dass zehn Jahre an lockerer Geldpolitik genug seien.

Das könnte richtig sein, aber die Daten zeichnen ein anderes Bild. Die Bank of Japan (BOJ) ist eine Zentralbank, die mit niedriger Inflation zu kämpfen hat. Sie könnte sich ein Vorbild an der EZB nehmen, die wie die BOJ bereit ist, ihre Tools zu nutzen, um die Inflation zu erhöhen.

Es scheint, als hätte die EZB den Krieg gegen die niedrige Inflation gewonnen und es wird von Beobachtern erwartet, dass sie im September beginnt, ihre Geldpolitik zu straffen. Die Bank of Japan hatte nicht solch ein Glück und Ökonomen raten Premierminister Abe, an seiner Deregulierung sowie an seinem Assetkaufprogramm festzuhalten.

Trotz der vielen vergeblichen Versuche, die Inflation zu erhöhen, bleiben japanische Politiker optimistisch, was vielleicht an den positiven Wirtschaftsdaten der letzten Zeit liegt. Die Kombination aus billigem Geld und Deregulierung könnte das Wachstum ankurbeln, aber ein Hindernis dabei ist der immer stärker werdende Yen, der international als sicherer Hafen gilt und bei geopolitischen Spannungen wie zurzeit an Wert gewinnt. Es sieht so aus, als würde die Bank of Japan, anders als andere Zentralbanken, vorerst keine Zinserhöhung vornehmen.

Beim Thema der sicheren Häfen sollte auch die gestrige Rally des Schweizer Franken beachtet werden, der aus denselben Gründen wie der Yen gegenüber dem US-Dollar zulegen konnte. Anders als andere Währungen, die als sicherer Hafen gelten, konnte der Schweizer Franken an seinen Gewinnen festhalten, nachdem Nordkorea dem gestrigen „Feuer und Zorn“-Kommentar Präsident Trumps antwortete. Es scheint, als würde keines der beiden Länder einen Gang herunterschalten wollen. Wenn es jedoch zu einer Einigung kommen sollte, wird allgemein angenommen, dass dies die Märkte antreiben wird und die Geldpolitik unbeachtet bleibt.

William Dudley wird heute nach Veröffentlichung der Anträge auf Arbeitslosenhilfe und des Herstellungspreisindex sprechen, was ein klareres Bild der Stärke der amerikanischen Wirtschaft ermöglichen wird. Wie immer werden wir genau hinhören, ob es im Dezember zu einer Zinserhöhung kommen könnte oder nicht. Die Volatilität wird wahrscheinlich eher von den Daten abhängen als von der Rede, aber Anleger können bei der Rede nach Andeutungen über eine Zinserhöhung suchen.

Ian Kelly – Marktanalytiker, Avatrade

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